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Silent Decay
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Backstage München, 13.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Es ist endlich wieder soweit, wir sind für 3 Wochen auf Achse und spielen eine richtige Tour. Nach all den Wochenendshows eine angenehme Abwechslung. Zwar sind wir hier nur Opener und werden sehr viel mehr um die Leute kämpfen müssen als bei unseren Headlinershows, aber auch dieser Herausforderung muss man sich einfach von Zeit zu Zeit stellen, um nicht selbstgefällig zu werden.
Der Tourauftakt ist in München, was für uns natürlich erst einmal sehr komfortabel. Da an diesem Tag nebenan in der Halle Dreharbeiten für Popstars laufen und deswegen tagsüber Lärmverbot herrscht, passiert am Nachmittag eh noch nicht viel. The Sorrow und The Mercury Arc waren bereits am Mittag da und haben ihren Soundcheck schon erledigt. Wir bauen in Ruhe auf, socialisen ein bisschen und warten darauf, ebenfalls checken zu können. Um 18 Uhr ist es dann soweit. Leider kann uns unser Stammmischer Basti nicht auf der Tour begleiten und auch heute hängt er in der Arbeit fest. Aber das Backstage hat immer gute Hausmischer am Start und so haben wir auch heute keine Probleme, in kurzer Zeit sowohl auf wie vor der Bühne ordentlich Druck auf dem Kessel zu erzeugen. Passt also alles.
Viel Zeit bis zur Show bleibt dann eh nicht mehr. Noch ein paar Sachen klären, Umziehen, aufwärmen (bei dem plötzlichen Wintereinbruch und Temperaturen im einstelligen Bereich auch dringend nötig) und dann geht es eh schon los.
Basti ist übrigens nicht der einzige, der fehlt. Auch Andelz ist in der Arbeit so eingespannt, dass er die Tour nicht mitspielen kann (und auch er schafft ärgerlicherweise nicht mal den heutigen Gig in München). Allerdings haben wir mit Andi Schmidt in der ersten und unserem Ex-Klampfer Christoph in den beiden anderen Wochen würdige Vertreter am Start, so dass wir doch recht beruhigt auf die Bühne gehen können.
Kurzes Startritual, sehr kurzes Intro und dann 30 Minuten kurz und knackig auf die Fresse. München macht uns die Eröffnung ziemlich leicht, wir haben bereits nach dem ersten Song die Leute vor der Bühne und auch der (zugegeben etwas dreiste) Versuch einer Wall of Death nach dem dritten Song geht nicht in die Hose. Perfekt.
Auch die beiden anderen Bands können über die Publikumsreaktionen nicht klagen, wobei The Sorrow ihrer Rolle als Headliner absolut gerecht werden. Sehr souveräner Auftritt.
Heute nutzen wir nochmal den Vorteil der Heimatstadt und hauen statt groß zu feiern recht früh ab, um uns nochmal eine Nacht in unsere eigenen Bettchen zu kuscheln. Von dem her also eher Tourauftakt light. Ab morgen wird dann alles anders ...
Stefan

Garage Saarbrücken, 14.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Saarbrücken ist eine nette Stadt, hat aber einen ganz klaren Nachteil. Die Anfahrt ist zumindest von München aus eine ziemliche Ochsentour. Erst die unselige A8, dann ohne Autobahn quer durch die Pfalz, das zieht sich. Obwohl wir eigentlich rechtzeitig in München losgefahren sind, kommen wir über eine Stunde später an als geplant. Das wäre an sich nicht so dramatisch, aber da die Garage Ärger mit den Nachbarn hat, müssen die Spielzeiten heute um eine Stunde nach vorne verlegt werden. Das heißt 19:20 Stagetime für uns und damit sowohl Hektik vor dem Auftritt wie auch vermutlich einen halbleeren Club mit Publikum, das gerade zur Tür reingekommen ist und sich noch nicht so richtig akklimatisiert hat. Der Haustechniker der Garage sprüht nicht gerade vor Enthusiasmus und reduziert den Soundcheck auf das notwendigste. Da das Ergebnis aber trotzdem recht ordentlich ist, ist uns das eigentlich ganz Recht so. Soundchecks gehören jetzt nicht gerade zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.
Die Bühne ist ziemlich eng und bereits mit dem Equipment der anderen beiden Bands ziemlich vollgepackt. Da wir uns aber auf eine gemeinsame Backline einigen konnten, können wir uns irgendwie arrangieren. Dass Teile der Lichtanlage aber mitten auf der Bühne stehen, macht die Sache auf alle Fälle nicht einfacher. OK, nach dem Soundcheck bleibt gerade noch Zeit, sich umzuziehen und sich 5 Minuten warmzuspielen, dann ist Showtime.
Unsere beiden Befürchtungen bewahrheiten sich, auch wenn zu der frühen Uhrzeit doch bereits mehr Leute da sind als erwartet. Aber die sind noch nicht so richtig in Konzertlaune und so müssen wir ziemlich ranklotzen, um die Leute auf unsere Seite zu bringen. Was uns dann aber doch gelingt. Trotzdem ist das alles etwas ärgerlich, denn wir sind uns ziemlich sicher, dass eine Stunde später schon mehr gegangen wäre. Aber was soll's, ist nicht zu ändern und letztlich haben wir doch alles rausgeholt, was in der Show drin war, also kein Grund zum Jammern. Und wir haben sogar einen Fan im Publikum, der den kompletten Chorus von Keep It Real singen kann und sich auch nicht scheut, das mit dem Mirko zu beweisen, das Sitti ihm direkt in die Hand drückt. Coole Sache.
Der Backstagebereich der Garage ist mehr als ordentlich, jede Band hat ihren eigenen Raum, Essen gibt es gut und reichlich und die Kühlschränke sind auch ausreichend bestückt. Nur haben wir davon eher wenig, da wir nach dem Auftritt erst The Mercury Arc beim Changeover helfen, dann unsere eigenes Zeug gleich in den Bus laden und den Merch betreuen müssen. Letzteres bleibt heute auch an Nils und Andi hängen, da Flo und Sitti sich gleich ins Hotel zurückziehen (bzw. das gesundheitsbedingt müssen) und ich mich abseile, um eine alte Freundin zu treffen. Aber auch der dezimierte Rest der Band hält dem Abend (inklusive stark ausufernder Trinkspiele bei The Mercury Arc) wacker Stand, bevor sich nach und nach alle im Hotel einfinden.
Stefan

Bastard Club Onsabrück, 15.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Am Morgen finden sich alle pünktlich und mehr oder weniger frisch zum Frühstück ein. Die Stimmung ist super nachdem wir uns reichlich den Wanst vollgeschlagen haben, verlassen wir Saarbrücken an einem wunderbaren Herbsttag. Natürlich stehen wir auch heute wieder im Stau, so dass aus dem Plan, heute mal eine entspannte Konzertvorbereitung zu haben, natürlich wieder nichts wird.
Ich weiß nicht so genau, woran es eigentlich liegt, aber Osnabrück gehört für mich zu den hässlichsten Städten, die man in Deutschland so finden kann. Das soll uns für den Auftritt nicht weiter stören aber das hier ist einer der Flecken, wo ich im Leben nicht hinziehen würde. Der Bastard Club ist in einer alten Lagerhalle, die zum größten Teil in einen Skatepark umgebaut wurde, ist recht klein und vor allem kalt. Außer dem winzigen Backstageraum, in dem ein Heizlüfter für finnische Saunaatmosphäre sorgt, ist es hier überall nur ein paar Grad wärmer als draußen. The Sorrow zeigen sich einmal mehr von einer sehr angenehmen Seite und teilen den Raum mit allen Bands, was keine Selbstverständlichkeit ist. Für uns sind die Temperaturen auch nicht ganz so dramatisch wie für die anderen beiden Bands, denn der Nightliner beginnt wohl schon am Anfang der Tour die typische Verwandlung in eine Virenschleuder und fordert bereits die ersten Opfer bei The Mercury Arc. In der Hinsicht ist es kein Nachteil, dass wir mit dem Van unterwegs sind.
Vor dem Auftritt ist einmal mehr alles eher hektisch, da wir gerade noch 20 Minuten zum Umbauen und Soundcheck haben, bis sich die Türen öffnen. In die Zeit fällt dann auch noch das Essen, so dass sich jeder während des Aufbauens noch schnell einen Teller Essen rein schiebt.
Auf der Bühne ist nicht wärmer als davor, da hilft dann nur Bewegung. Sehr gut, dass das die Leute genauso wie wir sehen und gleich von Anfang an mitmachen. Angeheizt von einer kleinen Gruppe, die extra wegen uns aus Bremen angereist ist, bildet sich recht schnell ein kleiner Pit und gute Stimmung. Der Sound ist gut, die Kopfschmerzen halten sich in Grenzen, alles prima. Von ein paar kleinen Haklern abgesehen läuft auch dieser Auftritt wie am Schnürchen. Nur den Zugabenforderungen können wir natürlich leider nicht nachkommen.
Den restlichen Abend verbringen wir wechselweise am Merch und im Backstageraum (um sich immer mal wieder aufzuwärmen), während die anderen beiden Bands die Meute rocken.
Aufgrund der ungemütlichen Umstände verlagern wir die After Show Party in unser Hotel. Wobei der Name Hotel für das Backpackers vielleicht ein wenig hoch gegriffen ist. Jugendherberge trifft es schon eher. Die Zimmer sind eher etwas – wie soll ich sagen? - einfach. Aber immerhin sauber und das ist die Hauptsache, von dem her gibt es da nichts zu meckern. Im Aufenthaltsraum steht Deutschlands schlechtester Kickertisch und auf dem führen wir noch ein paar Gefechte aus (anfangs aufgrund der Tischhöhe im Sitzen), bevor wir uns in unsere Zellen begeben.
Stefan

Treibsand Lübcek, 16.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Der Morgen beginnt mit Betten abziehen, Gemeinschaftsduschen und einem Frühstück, das wir uns selber in der Küche machen müssen (inklusive Abwasch, versteht sich) und aus einer reichlichen Auswahl aus zwei Packungen Toastbrot und drei Sorten Marmelade besteht. So wie man sich ein Hotel eben vorstellt.
Dann geht es auf nach Lübeck. Wir sind früh genug dran, um erstmal ins Etap einzuchecken. Eigentlich ja ein richtiges Hotel, das uns diesmal aber auch mit einer Frau an der Rezeption erfreut, die zwar an selbiger sitzt, aber nicht zum Arbeiten bereit ist, da diese laut Öffnungszeiten gerade nicht besetzt ist. Also checken wir am Automaten ein und fragen Madame Hilfsbereit noch, ob wir das Frühstück auch am nächsten Morgen noch ordern würden. Nein, bei 5 Leuten gehe das auf keinen Fall, das müssten wir heute noch machen. Aber nicht jetzt, denn die Rezeption wäre ja nicht besetzt.Also sollen wir anrufen? Das wäre auch schlecht, weil wir das gleich zahlen müssten (nur zur Anmerkung, beides war bislang noch nie so). Nils setzt schon an, die Tussi zwei Köpfe kleiner zu machen, aber Flo und ich versuchen es mit gezwungener Liebenswürdigkeit und können sie tatsächlich dazu bewegen, unsere Frühstücksorder in den Computer zu tippen.
Am Club haben wir diesmal einen entscheidenden Vorteil. Da die Einfahrt ziemlich eng ist, kann der Nightliner mit dem Trailer nicht in den Hof fahren und die anderen mussten die komplette Backline um das ganze Gelände herum räumen. Wir hingegen können mit unserem Transit quasi direkt an die Bühne fahren und haben das Ausräumen somit schnell erledigt.
Von außen macht das Treibsand einen ziemlich abgefuckten Eindruck, aber der Schein trügt. Drinnen befinden sich eine große Bühne mit einer ziemlich feinen Anlage, ein großer und warmer Backstageraum mit Dusche und Toilette und vor allem einem Küchenteam, das seinem Namen alle Ehre macht. Von unseren Ankunft bis nach dem Auftritt von The Sorrow wird konstant kaltes und warmes Essen rein getragen. Egal welche Uhrzeit und was gerade läuft, die Kette reißt nicht ab. Und das Essen ist nicht nur reichlich, sondern schmeckt auch noch richtig geil, denn der Zuständige Küchenmeister ist gelernter Koch. Irre.
Da Jakob, der Mischer von The Sorrow, gerade noch dabei ist, die Anlage einzustellen, haben wir noch Zeit für einen Stadtbummel. Wäre an sich ziemlich cool, weil Lübeck ja durchaus ein schmuckes Städtchen ist und wir nur 5 Minuten von der Innenstadt weg sind, aber das Wetter ist leider mal so richtig ungemütlich, norddeutsch mit Regen und steifer Brise. Eigentlich das richtige für eine Rundfahrt mit dem Schiff, aber leider fahren die aufgrund des hohen Wasserstands heute nicht mehr. Also doch die Krägen hochgekrempelt und zu Fuß in die Stadt. Nach ein wenig Sightseeing und etlichen albernen Photos und Videos gehen wir ganz stilecht in ein Wiener Kaffeehaus und dort dann auch der Bedienung auf die Nerven, die das aber ziemlich locker nimmt. Und Kaffee und Tee können auch was.
Zurück am Club. Der Soundcheck gestaltet sich etwas schwierig, da der Hausmischer ein paar Probleme mit der Monitoranlage hat, aber letztlich lässt sich das dann doch zur Zufriedenheit aller lösen. Noch ein bisschen was essen und bühnenfein machen, dann kann es losgehen. Die Wochenendshows starten eh etwas später, da ist das publikumstechnisch kein großes Problem. Aber trotzdem ist heute irgendwie der Wurm drin. Flo und ich vergeigen einen Song nach dem anderen, aber immerhin können wir das meiste davon so kaschieren, dass das unten niemand zu bemerken scheint. Dank großer Bühne können wir ja auch showmässig einiges ausgleichen, von dem her ist das alles nicht so schlimm.
The Mercury Arc nach uns geht es eben so, aber dafür spielen The Sorrow heute einen Wahnsinnsgig. Die Jungs sind eh verdammt gut in Form, aber heute legen sie nochmal eine Schippe drauf. Wir unterhalten derweil die Leute am Merchstand und zumindest bei der Saitenfraktion kommt die Party heute auch nicht zu kurz.
Zum Abschluss kommt noch der lästige Teil des Abends, sprich die Backline wieder um den ganzen Club herum zum Nightliner zu schleppen. Wenigstens gibt es zwei große Wägen zum Schieben, aber diese im Regen über den kaputten Boden im Hof zwischen den Leuten hindurch zu bugsieren macht auch eher mal so mittelmäßig viel Spaß. Aber auch das ist irgendwann erledigt und wir können uns ins Hotel verziehen.
Stefan

Chemiefabrik Dresden, 17.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Auch wenn die Tour für uns bislang sehr gut gelaufen ist, sind wir etwas skeptisch was Dresden betrifft. Sachsen war bislang ein ziemlich schwieriges Pflaster für uns, die beiden letzten Shows hier hätten wir uns eigentlich auch komplett sparen können, weil es eh niemand interessiert hat. Aber mal sehen.
Als wir am Club ankommen, gibt es erstmal schlechte Neuigkeiten bei den anderen. Mätze, den Sänger von The Sorrow, hat die Grippe inzwischen so richtig erwischt. Er ist gerade mit dem Veranstalter im Krankenhaus um sich fit spritzen zu lassen. Das nasskalte Wetter ist natürlich alles andere als ideal. Auch im (reichlich alternativen) Club ist es eher ungemütlich, einen Backstagebereich gibt es gar nicht, dafür eine Musikerwohnung, die aber 200 Meter entfernt liegt. Im Club ist kein Platz für Equipment, also muss bei den Umbauten immer alles direkt in den Trailer (bzw. unseren Van) gepackt werden. Auch das ist verschwitzt nicht so richtig optimal, aber es geht halt nicht anders.
Auf alle Fälle ist das Catering ziemlich ordentlich. Zwischen den Soundchecks finden sich alle am Tisch in der Musikerwohnung ein und hauen sich den Magen voll.
Der Auftritt wird dann eine mehr als positive Überraschung. Statt Desinteresse im Publikum werden wir von selbigem gebührend abgefeiert und bekommen noch beim Abbauen Zugabenforderungen. Krasse Scheiße. Im Gegensatz zu gestern läuft aber auch bei uns heute alles wie am Schnürchen. Sound gut, Show gut, Musik gut – quasi alles perfekt. Schade nur, dass wir nicht tatsächlich noch ein paar Songs mehr spielen können, aber das lässt der Zeitplan natürlich nicht zu.
Den Umbau versuchen wir noch schneller als sonst über die Bühne zu bekommen, denn wie schon gesagt ist das Einladen im Nieselregen kein besonderer Spaß, wenn man gerade gut durchgeschwitzt von der Bühne kommt. Aber was einen nicht umbringt, macht einen dann eben doch nur härter. (5 Euro ins Phrasenschwein an dieser Stelle).
Während Nils und ich die Stellung halten und uns um den Merch und die Fanarbeit kümmern, ziehen sich die anderen heute schon sehr früh ins Hotel zurück, um die angeschlagene Gesundheit zu schonen. Ein paar Tage Tour liegen ja doch noch vor uns. Ich verlege mich alternativ auf relativ strikten Verzicht auf Alkohol und Nikotin, was der Fitness spürbar dient. Nils trinkt dafür meinen Anteil mit, man hat ja irgendwie doch einen Ruf zu wahren.
The Mercury Arc legen heute ebenfalls einen richtig starken Auftritt hin und bekommen auch die entsprechenden Publikumsreaktionen. Mätze muss hingegen ziemlich kämpfen, erledigt seinen Job aber trotz allem mehr als souverän, was doch einigen Respekt verdient. Mit Fieber auf der Bühne ist erfahrungsgemäß kein Spaß, vor allem wenn man spielen und singen muss.
Groß feiern ist da natürlich aber nicht mehr drin und da am Merch heute eh nicht so wahnsinnig viel geht, bauen wir dann auch recht bald nach dem Auftritt von The Sorrow ab und machen uns auch auf den Weg ins Hotel. Eine Etappe haben wir noch vor uns, dann geht es für einen Tag in die Heimat, Klamotten wechseln und ein wenig Instant Wellness betreiben.
Stefan

Nachtleben Frankfurt, 18.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Da der Nightliner erst ab 15 Uhr vor dem Club parken kann und deswegen über Nacht in Dresden geblieben ist, sind wir diesmal alle gleichzeitig am Club. Da der im Untergeschoss ist und man das Equipment über die Treppe runter bringen muss, freut das natürlich den Rest der Mannschaft.
The Sorrow machen sich gleich an den Soundcheck, der Rest hängt oben in der Kneipe ab und nutzt den WLAN-Zugang.
Heute ist auch wieder mal Tetris im Club angesagt, denn der Backstageraum ist winzig und die meisten Cases müssen wir an der Wand neben der Bühne aufstapeln (was dann wiederum auch bedeutet, dass wir unsere Sachen direkt nach dem Auftritt durch den Club zum Bus räumen müssen). Die letzten Male gab es als Essen hier buy out (also Geld statt Catering), diesmal bekommen wir das Essen aber hier. Das wäre an sich super, wenn es nicht wieder mal genau vor unserem Soundcheck kommen würde und somit natürlich kalt ist, bis wir fertig sind. So ist das eben als Opener.
Kurz nach 9 geht es dann vor gut gefülltem Raum auf die Bretter. Das Frankfurter Publikum ist einmal mehr nicht das leichteste und dass die Lichtanlage im Club auf Schummerstimmung gestellt ist und auch bleibt, macht es auch nicht einfacher. Aber da muss man eben durch. Wir treten zum Ausgleich das Gaspedal noch ein wenig weiter durch, was sich im Falle von Sitti als fatal erweisen wird, aber in dem Moment ist es eben naheliegend. Und letztlich bekommen wir die Leute dann doch auf unsere Seite.
Danach halten wir uns nicht lange auf, laden zügig den Bus und übergeben einen Teil unseres Merch an Bernd von The Sorrow, da wir heute Abend noch die Heimfahrt antreten. Den day off morgen werden wir zu Hause verbringen und erst am Dienstag nach Berlin nachkommen, wo die restliche Truppe ihren freien Tag verbringen wird.

Nachtrag (day off):
So richtig frei ist der freie Tag nicht, denn wir müssen die Reifen am Bus wechseln lassen und unser Merch neu bestücken. Ich hätte den Nachmittag eigentlich lieber in der Wanne verbracht als im Proberaum, aber gut. Ganz davon abgesehen fühlt es sich eh sehr surreal an, mitten in der Tour einen Tag zu Hause zu sein.
Die richtige Hiobsbotschaft erreicht uns allerdings erst am späten Nachmittag. Sitti war beim Arzt und der hat ihn wegen einer bakteriellen Stimmbandinfektion auf Antibiotika gesetzt und fürs erste aus dem Verkehr gezogen. Glück im Unglück: in Berlin soll eh David, der Sänger von Bloodwork, zu uns dazu stoßen, um uns am Merch und neben der Bühne zu unterstützen. Jetzt wird er das wohl auch der Bühne tun, zumindest für die nächsten Tage ...
Stefan

Sage Club, 20.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Nachdem wir im Hotel eingecheckt und David aufgesammelt haben, werden wir mit unserem rotierten Besetzung im Sage vorstellig und sorgen damit bei einigen für leichte bis mittlere Verwirrung. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach. In der ersten Woche spielt Andi Schmidt für Andelz Gitarre, der nicht aus der Arbeit weg kann. In der zweiten Woche spielt Ex-Klampfer Chrstoph für Andelz und David sing für Sitti, der krank zu Hause liegt. In der dritten Woche singt (hoffentlich) wieder Sitti und Christoph spielt die ersten drei Shows, während Andelz dann für die letzten drei die Klampfe selber in die Hand nimmt. OK, es ist zugegeben ein kleines bisschen krass, aber was will man machen. Alles ist besser als Konzerte absagen. Während The Mercury Arc checken, gehen wir im Bus unsere Songs durch. Gemeinsam proben konnten wir ja nicht, das muss also reichen. Der Rest wird eben improvisiert.
Heute gibt es kein Catering im Club, sondern buy out, was für uns aus Zeitgründen ziemlich ungünstig ist. Bis wir mit dem Soundcheck fertig sind, bleiben uns noch knapp 45 Minuten bis zum Auftritt. Also schnell zum Dönermann am Eck, Essen reinstopfen, umziehen, Instrumente stimmen und auf. David und Christ gehen gleich mal gut ab und die paar Stellen, an denen das mit dem Gesang nicht hinhaut, gleichen wir durch Show aus. Vor allem David meistert seinen Job souverän und füllt die Fronterrolle problemlos aus. An ein paar Stellen passen die Einsätze nicht und Nils und ich helfen hier und da aus, aber im Großen und Ganzen klappt das doch alles recht gut. Wir bekommen jedenfalls für Berlin ziemlich ordentliche Publikumsreaktionen, von dem her kann es so schlecht nicht gewesen sein.
Mit dem Publikum ist es in Berlin generell so eine Sache. Die Stadt hat genau wie München ein Überangebot an Konzerten und das schlägt sich sowohl in de Besucherzahlen wie auch im Verhalten der Leute wieder. Insgesamt geht das schon in Ordnung, aber der Sage ist bislang auf der Tour die am schlechtesten besuchte Show und die Leute gehen auch (mit ein paar Ausnahmen) nicht so derbe ab wie die Tage zuvor.
Müssen wir uns halt am Merchstand selber feiern, was wir auch tun. Zum Abschluss gibt es wieder die allseits beliebte Ladeaction und dann geht die erste Etappe der zweiten Woche auch schon wieder zu Ende.
Stefan

Musikzentrum Hannover, 21.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Heute sind wir mal nicht im Hotel, sondern übernachten bei Herman Frank, unserem Produzenten. Am frühen Nachmittag schlagen wir dort für ein kurzes Meet & Greet auf und tauschen die letzten Neuigkeiten aus, bevor wir uns zum Musikzentrum aufmachen. Das ist eine ziemlich ordentliche Halle mit dicker Anlage und geräumigem Backstagebereich, in dem sich bereits alle mit ihren Notebooks versammelt haben.
Wir gehen nochmal den Set durch, um die Fehler von gestern zu korrigieren und letzte Unsicherheiten zu klären. Um die Sache diesmal etwas zu erleichtern, gibt es hier eine professionelle Soundcrew im Club, die uns nicht nur vor, sondern eben auch auf der Bühne eine vernünftigen Sound verschafft, was den Auftritt vor allem für David deutlich erleichtert. Und so bekommen wir tatsächlich auch eine deutliche Steigerung hin.Gestern war noch vieles improvisiert und stellenweise etwas chaotisch, heute sind wir quasi schon wieder beinahe in Normalform. David macht einen verdammt guten Job, animiert das Publikum und gibt alles auf der Bühne. So macht das ordentlich Laune und Bernd, der Mercher von The Sorrow bescheinigt uns später eine der besten Shows auf dieser Tour. Mehr kann man kaum wollen. Ein bisschen was aber dann doch, und das wäre ein volles Haus gewesen. Für die Hallengröße ist die Besucherzahl dann doch etwas spärlich, was auch bei den beiden anderen Bands auffällt. Die Leute gehen zwar gut ab und machen Lärm für drei, aber die Reihen vor der Bühne sind halt doch ziemlich licht. Schade drum, denn The Sorrow spielen einmal mehr einen sehr guten Auftritt. Ich bin immer wieder fasziniert, wie arschtight die Band zusammenspielt.
Nachdem die anderen gestern in Berlin alle ziemlich böse gefeiert haben, geht heute nach dem Auftritt nicht mehr viel. Einladen, ein paar Bierchen und ein bisschen quatschen, dann ziehen sich nach und nach alle in den Nightliner zurück und auch wir machen uns auf in Richtung Bett.
Stefan

Essigfabrik Köln, 22.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Am morgen drängen wir uns erst mal in Hermans kleine Küche und tauschen beim Frühstück noch ein paar Tourstories aus. Wie immer könnten wir noch stundenlang mit Herman weiter quatschen, aber nach Köln sind es halt doch ein paar Meter. Also rein in den Bus und Meilen fressen. Zu fünft haben wir wenigstens reichlich Platz, mummeln uns in die Schlafsäcke und holen noch ein bisschen verlorene Nacht auf.
Die Essigfabrik ist die größte Halle bei den Deutschlandshows und das macht die Sache heute so ein bisschen zwiespältig. Zwar ist die Bühne und die Anlage super fett, aber das macht halt auch nur Sinn, wenn auch entsprechend Leute da sind. Hier haben Slayer gespielt und das ist dann kommerziell doch noch mal eine andere Kategorie.
Aber davor steht eh erst mal wieder die übliche Nachmittagsroutine aus Soundcheck, Catering, Duschen (für die Nightliner-Mannschaft), Rumsitzen, Internet und Blödsinn machen an. Da der Backstagebereich erwartungsgemäß ziemlich geräumig ist, geht das alles recht komfortabel.
Während The Sorrow Interviews geben, ist für uns showtime. Die Halle ist tatsächlich doch recht gut gefüllt, was die Sache natürlich erleichtert. Aber auch sonst läuft heute alles sehr rund. Super Bühnensound, Platz, ein (für eine Großstadt) ziemlich motiviertes Publikum und nicht zuletzt eine inzwischen gut aufeinander eingestellte Band. Ich glaube, ich hatte bislang an diesem Abend klar den meisten Spaß auf der Bühne. Auch wenn wir von der Zeit her etwas knapp dran sind und deswegen den obligatorischen Machine Head Schluss streichen müssen, was eigentlich gar nicht geht. Aber was muss das muss.
Einzig die Bilanz am Merchstand bleibt hinter den Erwartungen zurück. Da hätte schon mehr gehen können, aber das soll den Abend dann nicht trüben. Heute ist eh erhöhte Feierlaune angesagt und wir trinken recht ausgiebig. Da wir vom Nightliner eingeparkt sind, kommen wir eh nicht früher weg. Also nutzen wir die Zeit zum transalpinen Gemeinschaftsabend mit Tobi von The Sorrow.
Stefan

JUZ Weiden, 23.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Nach der Essigfabrik klingt Jugendzentrum nach einem ziemlich krassen Schnitt, aber besagtes JUZ ist ziemlich groß und hat nicht nur einen ziemlich großen Saal, sondern auch eine mehr als ordentliche Bühne darin. Das ganze in der Provinz und das auch noch in einer Gegend, die wir in den letzten Jahren recht ausgiebig bespielt haben und somit auch einige Fans haben. Eigentlich ziemlich ideale Umstände. Eigentlich. Wäre nicht die ausgeliehene PA kaputt. Die komplette linke Seite geht nicht und muss ausgetauscht werden. Das macht den eh schon extrem engen Zeitplan noch mal ein paar Stufen stressiger. Zu allem Überfluss ist heute noch eine lokale Band mit dabei, was alles noch schwieriger macht. Der Soundcheck von The Mercury Arc muss in 15 Minuten runtergerissen werden, was aufgrund der technischen Gegebenheiten nicht gerade ideal ist. Die Jungs sind auf eine funktionierende In-Ear-Anlage angewiesen und genau die macht natürlich wieder Zicken. Aber es hilft nichts, mehr als 15 Minuten sind einfach nicht drin. In der Hinsicht haben wir es natürlich einfacher, da wir alle kaum was auf den Monitoren brauchen. Gesang und ein bisschen Gitarren, dann kommen wir schon klar.
Ein gutes hat die Sache allerdings. Da die Anlage ein recht komplexes digitales Mischpult beinhaltet und Stefan, der Mischer von The Mercury Arc aufgrund des straffen Soundchecks auch keine Zeit hat, sich damit eingehend zu beschäftigen (und obendrein auch kein Haustechniker da ist, sondern nur die Typen vom PA-Verleih, die zwar eine gute Anlage, aber überschaubar viel Routine im Mischen von Metalbands haben), bietet er uns an, uns heute zu mischen. Und das Angebot ist Gold wert, denn der Sound, mit dem die erste Band spielen muss, gehört zu dem schlimmsten, was ich je live zu Ohren bekommen habe. Völlig irre. Stefan hingegen bekommt auch mit einem wiederum straffen Linecheck (der natürlich auch nicht ohne Probleme abläuft, weil die Verkabelung auf der Bühne nicht so ist, wie sie sein sollte) einen richtig geilen Sound in der Halle hin. Auf der Bühne ist das alles leider eher mäßig, aber für einen entsprechenden Monitorcheck fehlt halt einfach die Zeit. Aber wie gesagt, wir kommen zur Not auch mit miesem Bühnensound klar und so ist das auch heute. Für David ist es natürlich schwieriger, weil er die Songs halt doch erst zum vierten Mal singt, aber einmal mehr macht er einen verdammt guten Job und so wird das ganze dann doch eine gelungene, wenn auch anstrengende Show.
Auch wenn im JUZ harter Alkohol verboten ist (also offiziell *hüstel*) erreicht die Partylaune heute bei uns den vorläufigen Tourhöhepunkt und setzt sich dann noch im Hotel bzw. für die anderen in irgendeiner komischen Disco fort.
Apropos Hotel, der "Südtiroler" hat einen, sagen wir mal, eher rustikalen Charme. Nicht wirklich schlimm, aber die Betten sind die Hölle. Nicht nur, dass die Matratze durchhängt, bei David und mir löst auch jede Bewegung im Bett die Assoziation eines russischen Landungstrupps aus, der im Zimmer eine Pionierbrücke verlegt. Naja, aber die Zimmer sind wenigstens sauber und das ist die Hauptsache.
Stefan

Sounddock 14 Dietikon/Zürich, 24.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Ach ja, die Schweiz. Irgendwie hat das Land was von einer Edelhure. Sehr schön, sehr gepflegt, aber halt auch sehr teuer und in vielerlei Hinsicht ziemlich spießig. Aber – wie immer wenn das Land an sich recht konservativ ist – andererseits auch mit einer recht aktiven alternativen Szene, was einem als Musiker wieder zu Gute kommt. Die Hütte ist heute so voll wie auf der ganzen Tour noch nicht und das Publikum feiert The Sorrow nach Strich und Faden ab. Auch The Mercury Arc erleben hier ihren bisherigen Tourhöhepunkt und auch für uns hätte das ein Abräumer werden können, wäre das Konzert nicht vom Club für eine spätere Uhrzeit angekündigt worden, so dass ein Großteil der Leute erst nach unserem Auftritt kommt. Das ist extrem ärgerlich, eben weil an dem Abend richtig was geht, aber es war klar, dass es uns als Opener mit so was irgendwann auf der Tour erwischen wird. Und dank Murphy natürlich genau an so einem Abend...
Sei's drum. Ansonsten läuft das wirklich alles sehr gut. Stefan, der Mischer von The Mercury Arc wird von heute an für die restliche Tour auch unseren Sound machen. Da der Mann weiß, was er tut und unserer Songs inzwischen auch schon kennt, vereinfacht das die Sache für uns enorm. Mit den Hausmischern zu arbeiten ist halt doch immer ein wenig Lotteriespiel. Auch sonst gibt es wenig zu meckern. Das Sounddock ist eine alte Lagerhalle eines Baumarkts (mit teilweise immer noch gefüllten Regalen) und bietet Platz, eine ausreichend große Bühne und eine gute Anlage, wir haben genug Zeit für einen entspannten Soundcheck, Essen und Vorbereitung auf den Auftritt.Und auch der läuft eigentlich sehr gut. Die Leute vor der Bühne haben ähnlich viel Spaß wie wir und die 30 Minuten vergehen im Flug.
Nachdem The Sorrow sich so richtig haben abfeiern lassen, liegt eigentlich noch eine größere After Show Party in der Luft, aber der Club schließt um 1 Uhr, so dass sich dann alles verteilt. Ein Teil zieht weiter in eine Bar, die anderen bleiben (mangels Franken oder der Fähigkeit, noch mehr Alkohol zu trinken) im oder am Nightliner bzw. ziehen sich in unserem Fall ins Hotel zurück.
Das Hotel ist übrigens auch wieder Schweizer Wahnsinn. Das Ding kostet mehr als doppelt so viel wie die Hotels in Deutschland bislang, dafür gibt es kein Frühstück, Klo und Dusche auf dem Gang, teilweise Zimmer ohne Fernsehen und vor allem komplett durchgelegene Matratzen. Eigentlich eine komplette Unverschämtheit. Aber wenigstens ist es nah am Club und (nach schweizer Art) natürlich sehr sauber.
Stefan

Stadtmitte Karlsruhe, 25.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Letzte Show der zweiten Etappe ist Karlsruhe. Damit geht die Woche mit David zu Ende und das sehen wir dann doch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich ist es geil, Sitti endlich wieder am Mikro zu haben. Aber auch David hat einen verdammt guten Job gemacht und wir hatten irre viel Spaß auf und auch hinter der Bühne. Eine bessere Wahl mit einem Ersatzmann hätten wir kaum finden können.
Also heute nochmal ran an den Speck. Der Tagesablauf bis zum Auftritt ist unspektakuläre Routine, dadurch dass Stefan uns jetzt mischt noch mehr als sonst, da das den Soundcheck noch mal deutlich beschleunigt.
Der Auftritt selber wird dann sehr geil, aber auch ein wenig schräg, denn das Publikum hat zwar offensichtlich Spaß und ist zwischen den Songs auch ordentlich laut, während wir spielen beschränkt sich die Aktivität aber komplett auf Stehen und Schauen. Daran ändern auch die ganzen Animationsversuche von David wenig, der heute noch mal richtig tief in die Trickkiste greift. Vielleicht liegt es an den subtropischen Temperaturen, vielleicht am Sonntag, vielleicht warten die Leute auch nur auf den Hauptact. Aber hin wie her, der Auftritt macht eine Menge Spaß und das wohl nicht nur auf der Bühne.
Danach halten wir das Auschillen relativ kurz, denn heute fahren wir wieder für unseren day off nach Hause. Also schnell laden, ein bisschen ausdampfen und von den anderen verabschieden und dann geht es schon wieder los. Bernd, der Mercher von The Sorrow, übernimmt wie auch schon letzten Sonntag dankenswerterweise unseren Shirtverkauf, so dass wir hier keine Federn lassen.
Also noch mal kurz David geherzt und dann ab nach Hause, einen Tag Energie tanken bevor es in die letzte Runde nach Österreich geht.
Stefan

Szene Wien, 27.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Auf zur letzten Woche der Anchorless Tour. Bislang ist es schon sehr gut für uns gelaufen, aber von dieser letzten Etappe erwarten wir uns trotzdem nochmal eine Steigerung. Die Shows sind alle in Österreich und damit Heimspiel für The Sorrow. Das verspricht durchweg richtig gut besuchte Shows und ein Publikum mit Bock auf Mucke.
Außerdem hat Sitti wieder das Mikro übernommen und am Donnerstag wird auch Andelz zu uns stoßen, so dass wir tatsächlich noch ein paar Shows in unserer richtigen Besetzung spielen können. Heute und morgen ist aber nochmal Christoph am Start, was nicht die schlechteste Alternative darstellt, da er als Ex-Klampfer nach wie vor so sehr in der Band ist wie kein anderer.
Erstmal müssen wir uns aber um so profane Dinge wie Hotel und Parkplatz an selbigem und am Club kümmern, was in Wien traditionell kein Spaß ist. Das Auto scheint der natürliche Feind des Wieners zu sein, den er mit absolut rigorosem Abschleppen bekämpft. Mit etwas Glück bekommen wir dann aber doch einen Parkplatz direkt an der Szene und später auch in der Nähe des Hotels.
The Sorrow sind bereits beim Soundcheck. Die Halle ist ordentlich, die Bühne groß, die Anlage hervorragend. Nur der Backstagebereich ist etwas unterdimensioniert, so dass man sich öfters mal durch das ganze Equipment und die zig Reisetaschen, Koffer und in dem Fall auch Berge an gewaschenen oder noch zu waschenden Klamotten wühlen muss, um ein Plätzchen zum Sitzen zu finden.Die Stimmung ist allgemein recht ausgelassen, das Essen ist (wie in Österreich üblich) sehr gut, alles bestens also. Fehlt nur noch das Publikum.
Das erscheint dann aber auch brav und auch als Opener haben wir schon eine recht ordentlich gefüllte Halle, auch wenn es erst zum Headliner richtig voll wird. Also ist es an uns, die Leute herein zu spielen und zum Mitmachen zu bewegen – eine Herausforderung, der wir uns sehr gerne stellen. Und die Mühe wird belohnt, denn nach dem dritten Song haben wir die Leute auf unserer Seite und können kollektiv Gas geben. Nach 2 Wochen Touren sind wir eh sehr gut eingespielt und auch Sitti findet problemlos in die Rolle des Fronters zurück. Das einzige Problem ist, dass Flos Fußmaschine sich bei Good As Drink Is von der Bassdrum löst und er den Song ohne selbige spielen und das auch noch irgendwie kaschieren muss. Aber irgendwie können wir auch das ausgleichen und schaffen es, dass der Auftritt hier nicht kippt.
Während The Mercury Arc die Leute weiter anheizen und The Sorrow dann ordentlich abräumen, machen wir uns über die Reste des Caterings und die Bierbestände her und socialisen mit den Fans am Merchstand.
Das Ende des Auftritts von The Sorrow geht für Basser Tobi fast noch richtig schief, als er nach dem Stagediven mitsamt Instrument in den Fotograben stürzt. Aber er hat Glück im Unglück und nur eine Beule am Kinn. Allerdings trägt der Bass einen gebrochenen Hals davon und wird wohl die Tour hier beenden. Aber besser das Instrument als er ...
Stefan

Weekender Innsbruck, 28.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Der Weekender ist der kleinste Club bei den Österreich-Shows. Eigentlich alles easy und gemütlich, aber irgendwie ist heute der Wurm drin. Keine wirklich schlimmen Aussetzer, aber tausend Kleinigkeiten hauen beim Auftritt nicht hin und zerren an den Nerven, auch wenn das vor der Bühne vermutlich keiner wirklich mitbekommen hat. Für uns ist es heute mehr Kampf als Spaß, aber da muss man eben einfach durch. Es kann ja nicht jeden Abend rund laufen. Und mit ein paar Bier und Whisky-Cola ist eh alles schnell vergessen. Heute pennen wir in der Musikerwohnung direkt über dem Club und können deswegen ausgiebig feiern, was wir auch tun. Als Opener haben wir ja genug Zeit dafür. Und wir sind nicht die einzigen durstigen heute Abend. Also Schwamm drüber und auf zum nächsten Tag.
Stefan

Posthof Linz, 29.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Als erstes laden wir Andelz am Bahnhof ein, so dass wir endlich in unserer eigentlichen Besetzung spielen können. Dann geht es zum Posthof, einem der geilsten Clubs, in denen wir je waren. Hallen in verschiedener Größe, ein riesiger Backstagebereich mit mehreren 2- und 3-Bett-Zimmern, die so manches Hotel blass aussehen lassen, Technik vom Feinsten, professionelle Crew, gutes Essen, usw. usw. Wir waren hier schon mal und kommen natürlich immer wieder gerne her. Einfach irre, das Teil.
Der Auftritt heute ist in der mittleren Halle, die aber auch alles andere als klein ist. Die Soundchecks verlaufen aufgrund der technischen Gegebenheiten ziemlich easy und so bleibt genug Zeit für andere Tätigkeiten. Die ausnahmslos im Club stattfinden, denn irgendwie hat keiner Lust, die Annehmlichkeiten hier für Sightseeing zu verlassen (außerdem liegt der Posthof eh in einem Industriegebiet am Hafen) und so verziehen sich alle auf die Zimmer, schauen fern, duschen oder vergammeln die Zeit sonstwie.
Zeit wieder aufzuwachen und die Bühne zu entern. Der Saal ist auch bei uns schon ganz ordentlich gefüllt, allerdings sind die Leute heute ein wenig statisch drauf. Zwar lassen sie sich schon zu einer kleinen Wall Of Death und diversen Circle Pits animieren, stellen die Bewegung dann aber doch recht schnell wieder ein. Konstante Action gibt es erst bei The Sorrow, bei denen Mätze die Leute aber auch immer wieder animieren muss. Der Linzer ist vielleicht doch eher gemütlich.
Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Nachdem Andelz heute eingetroffen ist, spielen wir endlich in unserer normalen Besetzung und auch wenn er bisschen braucht, um sich auf die Tour und die Show einzustellen, ist das so schon alles richtig. Der Auftritt macht jedenfalls ordentlich Laune.
Entsprechend fällt auch die Feier danach dann etwas intensiver aus (zumindest für manche, die nicht mehr wissen, wie sie überhaupt zurück zum Club gekommen sind). Die gesetztere Fraktion macht heute allerdings eher mal halblang und kuschelt sich schon recht früh in ihre Federbetten.
Stefan

Rockhouse Salzburg, 30.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Es hat lange gedauert, bis wir endlich mal ins Rockhouse gekommen sind, obwohl Salzburg ja eigentlich nicht weit weg von uns liegt. Geiler Laden jedenfalls, den man in dieser Spielzeugstadt gar nicht erwarten würde. Die ganzen Gegebenheiten sind ideal, aber langsam schlägt die Tourmüdigkeit durch, so dass den Nachmittag über alle am Rumgammeln sind, die gerade nichts zu tun haben. Eine sehr angenehme Unterbrechung ist das Essen, das heute mal wieder vom feinsten ist. Österreich eben.
Der Auftritt läuft heute völlig rund. Gut gefüllte Halle, große Bühne, dicke Anlage, was will man mehr? Zwar braucht es ein paar Aufforderungen, bis die Leute sich zu Wall Of Death und anderen Spielchen animieren lassen, aber auch das klappt schließlich. Alles cool.
Während die anderen Bands den Leute weiter einheizen, glühen wir mit ein paar Bekannten schon mal ordentlich vor, da wir ja heute in einen Geburtstag reinfeiern dürfen, was die Laune und den Durst deutlich ankurbeln. Da sowohl die AfterShow-Party wie auch unsere Schlafplätze direkt hier im Haus sind, steigert sich das dann auch ohne Unterbrechungen bis zum Exitus. Zwar ist der Salzburger an sich wohl nicht so feierwillig, denn das Publikum verschwindet ziemlich kurz nach dem Auftritt fast komplett, aber die Tourcrew reicht auch alleine aus, um die Bude krachen zu lassen.
Stefan

Stereo Klagenfurt, 31.10.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Das erste, was einem an Klagenfurt auffällt, sind die vielen Bäume. Sehr viele Straßen sind eigentlich Alleen, was jetzt im Herbst zwar mit entlaubten Bäumen nicht so viel hermacht, aber im Frühling wunderschön aussehen muss.
Bei uns geht es allerdings eher daran, wie man die Helloween-Show stilgerecht auf der Bühne umsetzt. Die Vorräte an Schminke und ähnlichen Utensilien sind überschaubar, werden dann aber von The Mercury Arc und uns recht effektiv genutzt. Den Vogel schießt dabei Dennis, der Sänger von The Mercury Arc ab, der komplett grün angemalt als Hulk bzw. Shrek auf die Bühne geht. Zu geil.
Die Auftritte laufen heute abgesehen von Maskerade und Mummenschanz sehr gut, auch wenn das Kärntner Publikum von allen Österreich-Shows bislang die verhaltensten Reaktionen zeigt. Nicht nur bei uns, selbst The Sorrow tun sich sehr schwer, mehr als die ersten drei Reihen zu motivieren. Und das, obwohl alle Bands heute bockstarke Auftritte hinlegen.
Aber das soll auch nicht der negativste Aspekt des Abends bleiben. Während Flo, Sitti und ich uns entscheiden, ins Hotel zu gehen, ziehen die anderen noch weiter in einen Club. Dort gibt es später Stress mit ein paar rechten Hools, der sich vor dem Laden zu einer Schlägerei entwickelt, die auf unserer Seite ein paar Opfer fordert. Dennis und Dominik von The Mercury Arc und Nils müssen mit Platzwunden ins Krankenhaus, obwohl sie letztlich nur versucht haben, dazwischen zu gehen. Mätze und Bernd von The Sorrow tragen blaue Augen davon. Verdammtes rechtes Saupack! Das ist kein guter Tourabschluss ...
Stefan

Orpheum Graz, 01.11.2009 (The Anchorless Tour - The Sorrow, The Mercury Arc, Silent Decay)

Durch die Vorfälle in der vorigen Nacht ist die Stimmung heute eher lausig. Zwar sind alle mehr oder weniger einsatzfähig, aber die ganze Geschichte lastet doch schwer auf allen. Dazu kommt noch, dass das Orpheum verdammt groß ist und die Vorverkäufe eher schleppend angelaufen sind. Außerdem gibt es wieder eine DB-Begrenzung und das macht den Sound in der leeren Halle noch schwieriger. Das führt dann alles dazu, dass der letzte Tag erst mal nicht gefeiert wird, wie er es eigentlich verdient hätte.
Dann müssen es eben die Auftritte rausreissen. Was aber nicht ganz einfach wird. Nils ist ziemlich gehandicapt und kann weder singen noch richtig die Sau rauslassen. Dazu haben wir wie erwartet mit einer großen und mäßig gefüllten Halle zu kämpfen. Aber das soll uns die letzte Show nicht vermiesen und so mobilisieren wir noch mal die letzten Reserven und rocken das verdammte Ding! Und letztlich haut auch dieser Auftritt hin und wir bekommen die Leute rum. Nichts ist besser um die Laune zu heben.
Da machen The Mercury Arc dann auch gleich weiter und jetzt ist es auch generell mal an der Zeit für ein paar würdige Tourabschluss-Blödeleien. Beim letzten Song stürmen wir mit The Sorrow die Bühne und tapen Dennis, Paras und Andy die Beine mit Gaffertape zusammen, während die anderen Andreas das Schlagzeug abbauen. Aber sie bringen den Song trotz allem erfolgreich zu Ende, Respekt!
Und auch The Sorrow kommen nicht ohne Unfug davon. Nachdem Mätze schon die Grazer mit "Hallo Linz" begrüßt hat (was Tobi mit den Nachwirkungen der Schlägerei erklärt), spielen die beiden Vorbands die erste Zugabe in Unterwäsche auf der Bühne mit um dann bei der letzten Nummer einen Jahresvorrat Klorollen um, auf und über The Sorrow abzuwickeln (was besonders Dominik an den Drums, der sich ja nur schwer wehren kann, erfreut).
Und so geht dann auch diese Tour letztlich mit der verdienten Stimmung zu Ende (auch wenn Mercher Bernd den Abend doch noch im Krankenhaus verbringen musste, weil sein Auge wohl doch nicht ganz OK war).
Zum Abschluss bleibt es dann bei ein paar Bieren, einem kleinen Plausch und einer herzlichen Verabschiedung aller Beteiligten. Mehr Energie hat einfach keiner mehr.
Von unserer Seite gibt es ein riesiges Dankeschön an alle! The Sorrow und The Mercury Arc, die sich als sehr coole Jungs und Reisegefährten gezeigt haben! Und natürlich die ganze Crew dahinter, Tourmanager Chrissy, Mercher Bernd Cool, Lichtmann Tömmi, die Mischer Stefan und Jakob und auch Volkmar von Continental, der die Tour gebucht hat! Und natürlich an Andi, Christoph und David, die uns ausgeholfen haben! Es waren 3 verdammt gute Wochen!
I geh allaan durch's Feia ... Stefan